Krisenvergleich

Die Autoren Karl Morasch, Florian W. Bartholomae vergleichen in Ihrem Buch Internationale Wirtschaft die beiden Krisen  Große Depression (ab 1929) und die letzte Finanzkrise (ab 2008) anhand der Handelseinbrüche – genauer gesagt anhand der Entwicklung des Weltwarenhandels in Prozent vom Maximum.

Während der Großen Depression schrumpfte der weltweite Warenhandel binnen vier Jahren auf weniger als ein Drittel des ursprünglichen Volumens. Ein wichtiger Grund dafür waren Zölle und Kontingente, die von den nationalen Regierungen zum Schutz der heimischen Unternehmen festgelegt wurden. So erhöhte beispielsweise die amerikanische Regierung 1930 durch den Smoot-Hawley-Act die Zölle auf über 900 Importgüter.

Quelle: Autorendarstellung basierend auf Daten der WTO und historischen Daten aus Kindleberger, C. P. (1975), The World in Depression 1929–33, Berkeley: University of California Press.

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Im Unterschied dazu zeigt sich in der jüngsten Finanzmarktkrise ein anderes Muster. Das weltweite Handelsvolumen nahm zwar ausgehend von 1,4 Billionen US-Dollar im Juli 2008 binnen sieben Monaten auf 810 Milliarden US-Dollar ab – ein Rückgang auf 57 % des Höchstniveaus. Nach diesem drastischen Rückgang erholte sich der Außenhandel aber aufgrund weltweit aufgelegter Konjunkturprogramme und Notenbankinterventionen sowie des weitgehenden Verzichts auf Schutzzölle deutlich schneller.

Buchbeschreibung: Die Konkurrenz auf dem Weltmarkt wird zunehmend härter. Die Beziehung zwischen Außenhandel und Wettbewerb steht deswegen im Fokus dieses Lehrbuchs. Dabei konzentrieren sich die Autoren auf die realwirtschaftlichen Aspekte der internationalen Wirtschaft. Inhalte dieses Lehrbuchs sind die Empirie des Außenhandels, die Analyse der Vorteile und der Struktur des Handels bei vollkommenem und unvollkommenem Wettbewerb, die Theorie und die Institutionen der Handelspolitik sowie die Implikationen für Außenhandel und Globalisierung auf Unternehmensstrategie und -verhalten.

Bild: © Martin Jäger  / pixelio.de

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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Ein Gedanke zu „Krisenvergleich

  1. Man hat immerhin einige Lehren aus vorhergehenden Krisen gezogen und damit 2008 anders reagiert. Leider hat sie sich damit aber auch anders weiter entwickelt. Die Regeln ändern sich ständig.

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