Bei Mutter Erde anschreiben

Auch 2012 werden wir alle unser Konto überziehen; früher als im vergangenen Jahr: Der Earth Overshoot Day kommt immer näher. Der 27. September 2011 war ein trauriger Meilenstein: Er markierte den Tag des Jahres 2011, von dem an der Bedarf der Weltbevölkerung nach natürlichen Ressourcen das für das gesamte Jahr zur Verfügung stehende Angebot überschritt.

„Das ist so, als wäre bereits jetzt unser Jahreseinkommen aufgebraucht und wir müssten den Rest des Jahres von unseren Ersparnissen leben“, so Mathis Wackernagel, Präsident des internationalen Think Tanks Global Footprint Network (siehe www.footprintnetwork.org). Berechnet wird der Earth Overshoot Day durch den Vergleich der Biokapazität: Dem Angebot der Natur wird die Nachfrage der Weltbevölkerung nach Ressourcen gegenübergestellt, genauer jener Naturleistungen, die gebraucht werden, um den Appetit nach Produkten und Dienstleistungen zu stillen.

Quelle: http://www.footprintnetwork.org/en/index.php/gfn/page/earth_overshoot_day/Was steckt hinter dieser Kennzahl?

Vereinfacht gesagt, zeigt er, wann unser totaler ökologischer Fußabdruck (gemessen in globalen Hektar) der totalen Biokapazität (ebenfalls in globalen Hektar gemessen), die die Natur in einem Jahr produzieren kann, entspricht. Nach diesem Tag, für den Rest des Jahres, häufen wir lediglich Abfall und ökologische Schulden an, indem wir am Grundstock des Naturkapitals zehren

Das Berliner-Beispiel

Der ökologische Fußabdruck eines Berliners liegt bei 4,4 Hektar pro Jahr. Das bedeutet, dass zur Bereitstellung aller natürlichen Ressourcen zur Befriedigung der Konsumbedürfnisse einer in Berlin lebenden Person im Durchschnitt eine Fläche von 4,4 Hektar pro Jahr erforderlich ist, also mehr als sechs Fußballfelder. Für alle Einwohner Berlins zusammengenommen würde die Fläche damit mehr als 15 Millionen Hektar ausmachen. Würde man um Berlin einen Kreis mit dieser Größe legen, so würden Städte wie Rostock, Dresden und Braunschweig innerhalb des Kreises liegen und sogar fast an Hamburg heranreichen.

Dieser Text stammt aus dem Buch Nachhaltigkeit von Iris Pufé – erscheint in Kürze bei UTB: 14,99 € (D), 1. Auflage, 260 Seiten, ISBN 978-3-8252-3667-0

Artikelbild: © Rita Thielen / pixelio.de

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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