Deutschland fühlt sich gesund

Professorin Cornelia Bormann veröffentlicht in diesem Sommer ihr neues Lehrbuch Gesundheitswissenschaften. Darin analysiert sie auch Daten zum Gesundheitszustand der Bevölkerung.

Im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes wird regelmäßig über den Gesundheitszustand der Bevölkerung informiert. Neben vielen Angaben zu der Prävalenz oder Vorkommenshäufigkeit von Krankheiten, Beschwerden und Risikofaktoren, der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen, Gesundheitsverhaltensweisen und Lebensbedingungen sind auch Angaben zur Lebenserwartung und zur subjektiven Gesundheit zu finden.

Das neue Googlebuch
Seit 1990 hat sich die Lebenserwartung in Deutschland erhöht.

Bei Frauen ist ein Anstieg von durchschnittlich 2,8 und bei Männern um 3,8 Jahren festzustellen. Daraus wird eine Verbesserung der Gesundheit abgeleitet (RKI, 2006). Heute beträgt die Lebenserwartung für Frauen 81,6 Jahre und für Männer 76 Jahre. Trotz einer Angleichung bei beiden Geschlechtern leben Frauen demnach noch knapp 6 Jahre länger als Männer. Der Zugewinn an Lebenserwartung wird besonders einer Verminderung der Alterssterblichkeit und einer Reduzierung der Säuglingssterblichkeit zugeschrieben. Die Höhe der Lebenserwartung ist nicht für alle Regionen in Deutschland und alle Bevölkerungsgruppen gleich.

Reich sein macht Spaß
Unterschiede treten zwischen den alten und den neuen Bundesländern, aber auch zwischen einzelnen Bundesländern auf. Die höchste Lebenserwartung ist in Baden-Württemberg, die niedrigste bei Männern in Mecklenburg-Vorpommern und bei Frauen in Sachsen-Anhalt festzustellen (Statistisches Bundesamt, 1998). Auch die soziale Lage hat einen Einfluss auf die Lebenserwartung.

So kann man generell konstatieren, dass Menschen aus sozial benachteiligten, bildungsfernen Bevölkerungsgruppen eine geringere Lebenserwartung aufweisen (RKI, 2006) als besser gestellte Bevölkerungsgruppen. Die subjektive Einschätzung des Gesundheitszustandes ist ein Indikator für die Gesundheit, der für Deutschland mit Hilfe der Daten aus dem Bundesgesundheitssurvey abgebildet werden kann. Auch hier ergibt sich ein positives Bild für Deutschland. Jeder fünfte Deutsche im Alter von über 18 Jahren schätzt seine Gesundheit im Jahre 2003 als sehr gut ein und nur jeder Hundertste als schlecht (RKI, 2006, S. 18). Nimmt man die Antwortkategorien ‚sehr gut’ und ‚gut’ zusammen, so empfinden drei Viertel der Befragten ihre Gesundheit positiv. Erwartungsgemäß nimmt der Anteil mit zunehmendem Alter ab, aber im Alter ab 65 Jahren sind es immer noch 54,1% der Männer und 44,0% der Frauen, die ihre Gesundheit als gut oder sehr gut erleben (ebd.). Diese Raten sind in den letzten 10 Jahren annähernd stabil geblieben. Ähnliche Ergebnisse zeigen sich, wenn man die Gesundheitszufriedenheit erfragt.

Die Gesundheitszufriedenheit wird im Allgemeinen auf einer Skala von 0 bis 10 abgefragt. Für Männer ergibt sich dabei ein Durchschnittswert von 6,5, für Frauen 6,2. Männer sind also etwas zufriedener mit ihrer Gesundheit als Frauen. Dieser Unterschied und damit auch das Ausmaß der Gesundheit sind in den letzten 10 Jahren relativ stabil geblieben.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Lebenserwartung in den letzten Jahren angestiegen ist und dass sich die Zufriedenheit mit der Gesundheit sowie der subjektive Gesundheitszustand in Deutschland auf einem hohen, stabilen Niveau befinden. Regionale Differenzen und Unterschiede aufgrund unterschiedlicher Lebenslagen beeinflussen dieses positive Bild (s. Abschnitt IV).

Der Text ist dem Buch Gesundheitswissenschaften – Einführung von Cornelia Bormann entnommen: UTB, 19,99 € (D), 256 Seiten , ISBN 978-3-8252-3788-2.

 Artikelbild: © twinlili / pixelio.de

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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