Umweltverschmutzung kostet nichts

Externalisierung ist der wirtschaftswissenschaftliche Begriff für die Abwälzung von Kosten oder Schäden auf die Allgemeinheit bzw. die Umwelt:

Wenn ein Öltanker in Küstennähe auf Grund läuft und 800 Millionen Liter Öl, wie im Falle von der Explosion der BP-Ölbohrplattform Deepwater Horizon, ins Wasser, an Strände und die Küste gelangen, bringt das einen Wachstumsschub für die Wirtschaft mit sich: Spezialeinheiten von Umwelttechnikern müssen ausrücken, das Öl chemisch gebunden, verseuchter Sand abgegraben und abtransportiert werden. Die Umweltkatastrophe schafft Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen.

Das neue Googlebuch
Die Verminderung der Qualität von Luft, Boden, Wasser, Pflanzen geht in die wirtschaftliche Gesamtrechnung dagegen nicht ein. Auch Transporte von Rohstoffen und Gütern quer über den Globus sind wirtschaftlich nur deshalb rentabel, weil fossile Energieträger nach wie vor sehr billig sind.

Nach Abschätzungen der Weltbank und der Chinesischen Akademie der Wissenschaften beläuft sich der jährliche Umweltschaden auf zumindest 8%, vielleicht sogar 15% des chinesischen Bruttosozialprodukts. Das bedeutet, dass längerfristig gesehen, die Umweltschäden und Ressourcenverluste den wirtschaftlichen Erfolg aufheben.

Dieser Text stammt aus dem Buch Nachhaltigkeit von Iris Pufé – erscheint in Kürze bei UTB: 14,99 € (D), 1. Auflage, 260 Seiten, ISBN 978-3-8252-3667-0

Artikelbild: © Petra Bork / pixelio.de

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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