QE3 und der Goldpreis

Die Erwartungen an die umfangreifen Stimulationsmaßnahmen der Zentralbanken, haben den Goldpreis in den vergangenen Tagen deutlich steigen lassen. Dabei hat er den aktiven Aufwärtstrend deutlich verstärkt und verstetigt.Ein Portfoliomanager kommt in diesen Tagen um eine Investition in Gold nicht umher. Ob er physisch Gold kauft oder in Form von Derivaten ist dabei egal. Hauptsache Gold wird aufgebaut.

Doch was treibt den Goldpreis?

Zunächst ist hier die Entscheidung der FED zu nennen, in nennenswertem Umfang am Markt aktiv zu werden. Des Weiteren ist das Aufkaufprogramm der EZB für Staatspapiere der Schuldenstaaten in Europa ein deutlicher Katalysator für die Entwicklung. Des Weiteren haben auch private und institutionelle Kunden begonnen Goldbestände aufzubauen. Die Zentralbanken, welche in den vergangenen Jahren immer als Verkäufer von Gold am Markt aktiv waren, sind ebenfalls auf die Käuferseite gewechselt. Dies schafft einen doppelten Effekt. Zunächst wird das Angebot geringer, dann auch noch die Nachfrage größer. DIe Chinesische Zentralbank, welche in den ergangenen Jahren eher weniger Gold und eher US Treasury Papiere nachgefragt hat, entwickelt sich mittlerweile zu einem klassischen Käufer. Unbestätigten Angaben zur Folge will die Bank of China innerhalb diesen Jahres 850 Tonnen Gold erwerben. Bereits im ersten Halbjahr wurden knapp 300 Tonnen und somit 3,5 mal so viel wie im Vorjahreszeitraum aufgekauft.

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Quellen:
Artikelbild: © Thorben Wengert  / pixelio.de
Daten: Commerzbank AG

 

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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Ein Gedanke zu „QE3 und der Goldpreis

  1. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich beschäftige mich gerade auch intensiv mit dem Thema Gold! Gold wurde in so kurzer Zeit vom „beliebtesten“ zum meist „gehassten“ Investment. Immer wenn ich so etwas lese, reizt es mich noch mehr in solch Asset Klassen zu investieren. Der aktuelle Goldpreisrückgang ist charttechnisch gesund … ich befürchte sogar, dass ein bewusster Kursrückgang erfolgen musste / sollte / soll … Gold wurde im letzten Jahrzehnt einfach zu stark, beinahe kann man es als Gegenpol zum herkömmlichen Papiergeldsystem verstehen. Zur aktuellen Goldpreisentwicklung kommt der prophezeite Fed-Gelddruck-Ausstieg auch gelegen … bevor ich diese Ansage jedoch glaube, will / muss ich es erst sehen. Schlussendlich finde ich selbst, dass ein bewusster „geringer“ Prozentsatz an Edelmetallen, hier vor allem Gold, in keinem Depot fehlen sollte … sei dies auch nur als Absicherung gegen das Schlimmste – Gold muss man wie eine Versicherung sehen – man hofft ganz einfach, dass der Extremfall nicht eintritt – und wenn doch, kann man auf Gold / die Versicherung zurück greifen.

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