Ökonomentreffen in Göttingen (3)

Dies ist eine Fortsetzung meines Blogs zur Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik in Göttingen, die in vielerlei Hinsicht einiges zu bieten hatte: Bislang habe ich v.a. die Rede von Gerhard Schröder thematisiert. Hier standen der aktuelle Status des deutschen Arbeitsmarktes im Mittelpunkt und die Verantwortung der rotgrünen Wirtschaftspolitik hierfür.

Im Rahmen einer Ergänzungsveranstaltung (hierauf gehe ich noch in einem weiteren Blogbeitrag ein) zum eigentlichen Tagungsprogramm des Vereins für Socialpolitik konnte Oskar Lafontaine auf Schröders Rede reagieren.

Hier ein Videomitschnitt, in dem Prof. Dr. Dr. Helge Peukert Oskar Lafontaine begrüßt und ankündigt:

Hier ein Videomitschnitt von der rede Oskar Lafontaines (bitte um Entschuldigung, dass die Sicht von meinem Platz auf den Redner nicht TV-gewohnt ist):

Im Handelsblatt kann man im Artikel Lafontaine gibt Contra auf allen Ebenen gut nachlesen, dass dieses „Fernduell“ in Göttingen auf viele Zuhörer wie ein Revival gewirkt hat – oder ein Déjà vue aus einer Zeit, in der sich die beiden Kontahenten nie schonten.

Mein persönlicher Eindruck von Lafontaine war, dass er sich mit Vehemenz gegen Management-Establishment, gegen die gängige Wirtschafts(politik)sprache und gegen Schröder wandte, als wären diese untrennbar miteinander verbunden. Er begann mit der Aufarbeitung von einer alltäglichen sprachlichen Färbung in der Wirtschaft und Politik, die für sich genommen bereits Macht ausüben kann, indem negative Wirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen versachlicht werden. Durch die Entpersonalisierung werden Entscheidungen einfacher durchgesetzt, als wenn sie auf die Härten von Einzelschicksalen verbal Bezug nehmen würden. Indem er im zweiten Teil seiner Rede auch auf Schröders Ausführungen einging und danach von geistiger Verwirrtheit sprach, konnte der Zuhörer dies auch so interpretieren, dass er damit Schröder persönlich beurteilte.

In den nächsten Blogbeiträgen gehe ich auf die Ergänzungsveranstaltungen, auf das Medieninteresse und auf die Bedeutung der Tagung für den Verlag ein.
Die Wirtschaftsverlage nehmen traditionell an dieser Tagung teil. Für die UTB waren die Programmmacher Rainer Berger und Dr. Jürgen Schechler von UVK Lucius vor Ort, um sich neben den aktuellen thematischen Trends auch mit den bildungspolitischen Herausforderungen des Faches Wirtschaftswissenschaften zu befassen und mit anderen Experten auszutauschen.

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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