Inflation, Deflation und die Substanzwerte

Gerade nun zum Jahreswechsel schreiben viele Blätter wieder wie es wohl im neuen Jahr werden wird. Dabei wird nicht selten die aktuelle Diskussion um Griechenland und die anderen Schuldenstaaten dazu genutzt, Wasser auf die Mühlen der Inflationsdiskussion zu geben.

 

Gefühlte vs. statistische Inflation

Grundsätzlich muss man bei der Inflation zwischen der gefühlten (beim Bürger ankommenden) und der statistischen Inflation (die sich aus dem Warenkorb ergibt) unterscheiden. Die statistische Inflation ist in Deutschland sehr stabil und sehr moderat. Bei der gefühlten Inflation kann man jedoch schon ein deutlichen anziehen erkennen. Dennoch auch hier gilt, von Horroszenarien sind wir meilenweit entfernt.

Warum sind Substanzwerte in der Anlage so wichtig?

Substanzwerte sichern in der Anlage von Liquidität deren Kaufkraft. Hat ein Anleger zum Beispiel nur Liquidität, wird diese durch den Kaufkraftverlust geschwächt und wäre zum Beispiel einem Währungsschnitt direkt unterworfen. Bei Substanzwerten ist dies so nicht der Fall. Doch was ist ein Substanzwert? Es handelt sich hierbei um folgende Kategorien:

1. Aktie:

Die Aktie ist eine Unternehmensbeteiligung. Sie ist somit nicht nur Anlageobjekt, sondern auch Einkommensobjekt (z.B. durch die Dividenden).

2. Immobilen und Land

Auch hier ist ein klassisches Substanzwertinvestment gegeben. Wie bei der Aktie zählen Immobilien auch zu den Einkommensobjekten, da man für diese Mieten, Pacht etc. bekommt.

3. Gold

Gold zählt zu den Ankerinvestments. Es bezahlt zwar keine Zinsen oder Ähnliches, ist jedoch in physischer Form, als Bodensatzinvestment immanent wichtig.

Was passiert in 2013 mit unserem Geld?

Diese Frage kann niemand seriös beantworten. Es besteht lediglich die Möglichkeit einer Prognose. In diesem Video von Börse Stuttgart TV gehen wir kurz und bündig darauf ein.

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Quellen:
Artikelbild: Michael Staudinger  / pixelio.de
Interview: Börse Stuttgart TV (BSTV)

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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2 Gedanken zu „Inflation, Deflation und die Substanzwerte

  1. Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Ich habe mich jüngst mit demselben Thema beschäftig. Es stellte sich mir die Frage ob eine hohe Inflation (Hyperinflation) oder eine Deflation schlimmer ist. Betrachtet man die Inflation, so wird man schnell feststellen, dass ein gewisses Maß für die Wirtschaft gesund ist. Steigt diese jedoch über eine gewisse Höhe (Hyperinflation) so ist sie immens bedrohlich. In einer gesunden Wirtschaft wird es immer Konjunkturzyklen geben. Je nach Zyklus herrscht entweder eine Inflation oder Deflation vor. Erst der Eingriff seitens der Staaten / Zentralbanken mithilfe der Geldpolitik führt zum ausufern beider Seiten. Die Ursache für eine hohe Inflation (Hyperinflation) wird immer in der Geldpolitik gelegt. Eine normale und gesunde Deflationsphase (Wirtschaftsabschwung) wird in der Regel nicht zugelassen. Die Zentralbanken versuchen diese Phase mit der Geldpolitik zu umgehen. Die daraus resultierende expansive Geldpolitik stellt die Grundlage für eine Hyperinflation dar. Einer sehr hohen Inflationsphase geht somit meist eine Deflationsphase voraus, auch wenn diese durch die expansive Geldpolitik oftmals nicht zu sehen ist. Ob eine jetzt Deflationsphase oder eine hohe Inflationsphase schlimmer ist, kann meiner Meinung nicht eindeutig beantwortet werden. Bei einer Hyperinflation kann ein Neustart (in der Regel ein Währungsneustart) schneller vonstattengehen. Die Auswirkungen finden hierbei in einem sehr kurzen Zeitfenster statt. Das Endergebnis einer Deflation ist meist nichts anderes … jedoch wird der Crash in der Regel nach hinten verschoben …

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