Was nichts kostet, ist nichts wert!

601297_original_R_B_by_Michael Staudinger_pixelio.deWas nichts kostet, ist nichts wert! Soweit die allgemein gültige Darstellung von Preis und Wertigkeit. Dies ist schon seit vielen Jahrhunderten so. Wer eine bestimmte Qualität erhalten möchte, muss auch einen höheren Preis dafür bezahlen. Doch wie ist das eigentlich mit Geld? Hat auch Geld eine Qualität? Und was kostet dies dann?

 

Der Preis für Geld ist schlicht und einfach der Zins, welcher dafür bezahlt werden muss. Denn Zinsen sind nichts anderes als klassische Kosten für das Beschaffen von Liquidität. Muss sich ein Schuldner mit guter Bonität Geld leihen, so wird er für die Leihe weniger Zinsen bezahlen müssen, als ein Schuldner mit einer schlechteren Bonität besitzt. Seit dem Eintreten der Finanzkrise ist dieser Mechanismus teilweise jedoch gestört.

Woran liegt dies?

Die Zentralbanken, allen voran die FED und die EZB, haben begonnen zu einer ultraliberalen Notenbankpolitik überzugehen. Damit sollte das Austrocknen des Geldmarktes verhindert werden. Denn die Banken haben sich aus Furcht vor negativen Nachrichten untereinander kein Geld mehr geliehen. Als dann auch noch die Staatsschuldenproblematik hinzu kam, wurde dieser Effekte verstärkt. Das Ergebnis ist, dass heute der Zins sein Risikoallokationsmaß eingebüßt hat. Dass Schuldner auch mit schlechter Bonität zwar kein Geld mehr am Geld- bzw. Kapitalmarkt bekommen, jedoch 1:1 bei den Zentralbanken. Dadurch wird die Risikoauslese aufgehoben. Durch die ultra-niedrigen Zinsen sind die Kosten für Geld nahezu Null.

Doch was ist nun mit dem ursprünglich genannten Theorem: Was nichts kostet, ist nichts wert? Erfahren Sie mehr dazu in meinem neuen Buch: Die Gier nach Gold.

Quellen: Artikelbild: Michael Staudinger  / pixelio.de; Interview: N24

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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