Soros und der Goldpreis

580758_original_R_K_B_by_Gerd Altmann_pixelio.deMan könnte schon fast sagen, der „Oberspekulant der derzeitigen Welt“ ist wieder da. George Soros, welcher im September 1992 auf die Abwertung des GB-Pfundes wettete, hat sich nun den Goldpreis vorgenommen. Dieser fällt binnen kürzester Zeit.

Doch was steckt dahinter?

Nach Medienangaben (vgl. u.a. Handelsblatt: Soros steigt aus Gold aus) ist der US-Großinvestor George Soros aus den börsengehandelten Goldprodukten (Ann. d. Red. ETC) ausgestiegen. Die Begründung war einfach wie auch kurz: „Die Welt geht nicht vor die Hunde, warum sollte man da Gold kaufen?“.

Lassen Sie uns diese These kurz reflektieren!

Ja, zunächst muss man einmal befinden, die Welt geht wirklich nicht unter! Die Probleme stabilisieren sich und die Lösungen scheinen, zumindest im Ansatz, die Probleme nicht schlimmer zu machen. Doch sind diese gelöst? Nein, die Staatsschuldenkrise ist noch immer nicht vollständig überwunden. Lediglich durch Geldgaben wurde der Kreislauf des Geldes und der Kreditvergabe am Leben gehalten. Die Maßnahmen selbst jedoch verursachen neue Probleme wie zum Beispiel eine in der Zukunft anziehende Inflation, Arbeitsmarktprobleme etc.

Ist die Aussage dann zu kurz gesprungen oder gar falsch?

Nein, für den kurzen Augenblick und auch gegebenenfalls bis zur Bundestagswahl in Deutschland werden wir hier wenig positive Tendenzen sehen. Doch was kommt danach? In der Zeit, in der kein Wahlkampf betrieben wird. Wenn reine Zahlen vorherrschend sind, wird dann Gold wieder gebraucht?

Bestimmt!

Dann wird bestimmt auch George Soros seine Postionen wieder aufbauen. Über die börsengehandelten Positionen ist dies ja schnell machbar. Und wenn wir gerade schon dabei sind, in keinem der Medienartikel stand, dass er sein physisches Gold verkauft hat. Daher bleibt abzuwarten, was er vorhat, der größte Spekulant, den die Welt derzeit kennt.

Wolle Sie mehr über Gold erfahren? Dann lesen Sie mein neues Buch: Die Gier nach Gold. 

Artikelbild: Gerd Altmann  / pixelio.de

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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