China könnte alle Goldbestände aufkaufen

626686_original_R_K_B_by_wolfgang sussitz_pixelio.deChina könnte alle Goldbestände aufkaufen. Mit dieser Überschrift titelte das Handelsblatt am 8.3.2013 in dessen Online-Ausgabe. Was ist dran an diesem unbegrenzten Reichtum des Reichs der Mitte? 

Nach Handelsblatt-Angaben sind die Devisenreserven Chinas seit 2004 um mehr als 700 Prozent angewachsen. Mit dieser Summe wäre es eine Leichtigkeit, die kompletten Goldreserven aller Zentralbanken zwei Mal aufzukaufen. Dies zeigt zwei Dinge ganz deutlich auf:

1. Die Schwellenländer sind keine Schwellenländer im ursprünglichen Sinn mehr. Sie sind den Kinderschuhen entwachsen und heute ernstzunehmende Global Player geworden.

2. Die Schwellenländer – und  hier vor allem China – sind wirtschaftlich so stark, dass diese die saturierten Volkswirtschaften wie die EU und USA in den kommenden Jahren deutlich herausfordern werden.

Die neue Käuferschicht, auch für Gold, sitzt somit im Reich der Mitte. Wird diese auch Gold kaufen? Ja, bestimmt. Denn auch hier gilt: Nur die Substanz entscheidet.

In einer Welt, in der die „kalte und schleichende Enteignung“ durch Inflation und dem Nichtvorhandensein von Realzinsen täglich Geld vernichtet. Ein schönes Beispiel hierfür ist auch die Deutsche Bundesanleihe. Diese hat in der historischen Betrachtung immer einen Realzins (Zins – Inflation > 0) erwirtschaftet. Seit knapp anderthalb Jahren ist dies nun nicht mehr der Fall. Ein Anleger verliert somit Geld, wenn er dieses vermeintlich sicher anlegt. Nun kann man sagen: „Klar, aber Gold zahlt ja auch keine Zinsen.“ Richtig, aber es sichert seit einigen tausend Jahren die Kaufkraft. Schon zu Zeiten Nebukadnezars hat man umgerechnet für eine Unze Gold in etwa so viel Kaufkraft erhalten wie heute (gemessen an den Laiben Brot, welche man dafür kaufen kann).

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Artikelbild: wolfgang sussitz  / pixelio.de
Interview: UVK

 

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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