Der Hunger der Schwellenländer

Carlosh  / pixelio.deIn politisch getriebenen Märkten sah man in den vergangenen Monaten und Jahren den Goldpreis steigen. Dies ist derzeit nicht mehr der Fall. Dies spricht für den Goldpreis und gegen eine Blasenbildung beim edlen Metall. Denn Gold ist kein Spielball, sondern ernst zu nehmender Vermögensschutz. Dies haben auch die Schwellenländer so aufgefasst.

Während die USA und Deutschland zu den größten Goldbesitzern weltweit gehörten, schaut dies bei den aufkommenden und schnell wachsenden Schwellenländern, welche teilweise schon deutlich die Schwelle überschritten haben, gänzlich anders aus. Diese Länder und ihre Zentralbanken haben einen großen Nachholbedarf an Goldreserven.

Die Diversifikation der Währungsreserven etc. ist hier in den Schwellenländern bei weitem nicht so fortgeschritten wie in den Industriestaaten. Dies ist auch auch der Grund dafür, dass ein niedriger Goldpreis dazu genutzt wird, dieses Defizit abzubauen.

Laut einer Studie der Commerzbank wurden folgende Transaktionen durchgeführt:

Im letzten Monat waren es gemäß Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) insgesamt rund 20 Tonnen an Goldaufstockungskäufe durch Zentralbanken. Zu den Käufern zählten neben Russland (7 Tonnen) Kasachstan (4,9 Tonnen), die Mongolei (1,5 Tonnen), Aserbaidschan (1 Tonne) und die Ukraine (0,6 Tonnen).“
(Quelle: Commerzbank AG)“

Auch die Türkei hat ihre Reserven aufgestockt. Hier ist der Hintergrund jedoch etwas different: Es handelt sich hier um eine regulatorische Neuausrichtung, welche zum Kauf von 5,7 Tonnen Gold führte.

Ein weiterer nicht aus den Augen zu verlierender Grund für den zunehmenden Kauf von Gold durch die Zentralbanken in Schwellenländern stellt der Abwertungswettlauf der Zentralbanken dar. Dieser und die Auswirkungen der Euro-Schuldenkrise zeigen auch die immanente Wichtigkeit des Goldschatzes der Nationen auf, welcher als einziges haptisches Sicherungsinstrument fungieren kann.

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Quellen:

  • Artikelbild: Carlosh  / pixelio.de
  • Zahlenmaterial: Commerzbank AG
  • Interview: DAF

 

 

 

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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