Unternehmensethische Verhaltensregeln und Corporate Governance

Corporate Governance heißt wörtlich übersetzt „Unternehmensregierung“. Mit dem Begriff „Corporate Governance“ wird im engeren Sinne die Führungsorganisation großer (börsennotierter) Unternehmen erfasst. Es geht dann speziell um die Rechte und Pflichten von Organen wie Vorstand und Aufsichtsrat.

Heute wird der Begriff teilweise sehr weit benutzt im Sinne von „Unternehmensführung“.

Das neue Googlebuch
Für deutsche Unternehmen ist der Deutsche Corporate Governance Kodex maßgeblich, der erstmals 2002 von einer Regierungskommission erarbeitet und seitdem immer wieder aktualisiert wurde. Es handelt sich bei den Kodexempfehlungen um sog. „soft law“, d.h. sie sind nicht rechtlich bindend, Abweichungen müssen aber offengelegt werden. Ferner enthält der Kodex auch noch relativ unverbindliche Anregungen (www.corporate-governance-code.de).

2009 wurde der Kodex umfassend geändert. Hieß es in der Präambel bis einschließlich 2008, dass der Kodex die Rechte der Aktionäre verdeutlichen soll, so wird neuerdings die Verpflichtung des Vorstandes darin gesehen, im Einklang mit den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft für den Bestand des Unternehmens und seine nachhaltige Wertschöpfung zu sorgen. Ausdrücklich wird auch darauf hingewiesen, dass die Belange der Arbeitnehmer und der sonstigen Stakeholder zu berücksichtigen sind. Nach den Erfahrungen der Finanzkrise wird von den Unternehmen insgesamt ein nachhaltigeres und verantwortungsvolleres wirtschaftliches Handeln gefordert, welches durch eine einseitige Ausrichtung auf den Shareholder Value nicht mehr gesichert erscheint.

Reich sein macht Spaß
Aktuelle Änderungen wurden auch hinsichtlich der Vergütung von Managern vorgenommen. Die Vergütung soll stärker am langfristigen Erfolg orientiert sein, sie soll nicht zum Eingehen unangemessener Risiken anreizen, die Höhe von Abfindungen soll reduziert werden und die Vergütungen von Vorstandsmitgliedern sind unter Namensnennung offen zu legen. Bei der Besetzung von Vorständen und Aufsichtsräten soll auf eine stärkere Beteiligung von Frauen und Ausländern geachtet werden.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem neuen Buch zur Unternehmensethik.

Wie kann die Unternehmensethik als Management der Verantwortung praktisch umgesetzt werden? Eine stärkere Orientierung der Unternehmens-führung am Leitbild einer lebensdienlichen Wirtschaft wird mehr und mehr gefordert. Elisabeth Gödel erörtert zunächst die philosophischen Grundlagen der Ethik und klärt dann das Verhältnis von Ethik und Ökonomik. Im Vordergrund steht die Institutionalisierung der Ethik auf der Ebene des einzelnen Unternehmens.

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Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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