Der französische Gockel lässt die Federn…

594817_original_R_K_B_by_Rainer Sturm_pixelio.deViel wurde in den vergangen Monaten für die Südstaaten Europas und deren Schuldenprobleme gesprochen. Doch nun scheint ein ganz neues Thema aktuell zu werden. Frankreich verliert, wie von uns schon lange prophezeit, an Schwung und droht zu einem Problemkandidaten zu werden. 

Was ist nur los mit Frankreich?

Seit 2008 steigen die Personalkosten merklich an. Von 31,20 Euro in 2008 auf 34,20 Euro in 2012 (Quelle: Handelsblatt; Durchschnittnormierung). In Deutschland stehend diese im Vergleich (2012) bei 30,40; in Griechenland sogar bei 14,90 Euro. Des Weiteren fällt das Land bei einer deutlich steigenden Arbeitslosenquote innerhalb Europas auf. 43,9% des BIP werden somit durch Steuern und Sozialabgaben getragen. Damit sind ein Großteil des BIP direkt oder indirekt von den Ausgaben des Staats abhängig (Datenquelle: Handelsblatt). Vergleicht man die Staatsverschuldung in Relation zum BIP, so steht Frankreich in 2013 hier bei ca. 92,7%; im Vergleich dazu Deutschland bei 81,9; Italien bei 127%, Griechenland bei 158,6%.

Es scheint sich hier ein Trend abzubilden. Dies bemerkt man auch, wenn man die CDS von Frankreich und Deutschland vergleicht. So weißt Deutschland per 29.4.2013 einen CDS von 35 aus und Frankreich von 75,50 (Quelle: Bloomberg). Dies bedeutet, in einfachen Worten, dass der Markt von einem doppelten Risiko bei französischen Staatsanleihen ausgeht, als bei der Deutschen Bundesanleihe.

Welche Risiken bringt diese Entwicklung mit sich?

Zunächst ist das Risiko noch überschaubar, kann jedoch sprunghaft aktuell werden. Denn ein Trend in solchem Umfang kann nicht von heute auf morgen gestoppt und verändert werden. Dies bedarf nun politischer Entscheidungen, dass hier keine größeren Verwerfungen zu sehen sind. Denn Frankreich ist neben Deutschland der größte Nettozahler der EU und ganz nebenbei für Deutschland mit der bedeutendste Exportpartner (zumindest in Europa).

Wird dies die Krise wieder zurück bringen?

Ich mag keine Horrorszenarien, doch sind wir ehrlich, die Krise ist und war nie vorbei. Durch das drucken von billigem Geld haben wir diese nur beruhigen können. Ein Problem in Frankreich würde die heiße Phase der Schuldenkrise bestimmt wieder anfeuern.

Wenn Sie mehr wissen wollen über das Szenario des Euro, welche Möglichkeiten Gold in einer solchen Phase bietet und warum wir so stark mit dem göttlichen Metall verbunden sind, dann lesen Sie mein neues Buch:

DIE GIER NACH GOLD

Quellen: Artikelbild: Rainer Sturm  / pixelio.de; Film: UVK/MB; Daten: Handelsblatt v. 30.5.2013; Bloomberg

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

Be Sociable, Share!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.