Die Gier nach Gold

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Michael Bloss erzählt warum Gier nichts schlechtes sein muss, warum Gold für uns Religion und Mythos ist und warum dies alles viel mehr ist, als ein reines Anlageinstrument.

Gold ist mehr als ein Anlageinstrument. Gold ist ein Mythos – Religion und Glaubensbekenntnis gleichermaßen. Es ist der Schatz einer Volkswirtschaft, dient den Mächtigen als Status- und Machtsymbol und hat in den dunkelsten Stunden der Menschheit als Beutegold seine negativen Seiten gezeigt.

Wer kennt es nicht, dass berühmte Zitat von J.W. von Goethe: „Am Golde hängt, zum Golde dränt doch alles. Ach wir Armen…“ Gretchens Wehklagen ist nicht nur eine literarische Metapher, sie geht tiefer und weiter zurück als wir das oftmals glauben. Beweise hierfür gibt es genug. Ob die Totenmaske des sagenumwobenen Kind-König TUTENCHAMUN, welcher als Gott auf dem Pharaonenthron verehrt wurde oder der uns allen so geläufigen Geschichte die den Tanz um das goldene Kalb im alten Israel erzählt. Schon immer war Gold als göttliches Metall bestimmt. So wundert es auch nicht, dass ihm als Gestirn die Sonne zur Seite gestellt wurde. Die Sonne, welche durch ihre Strahlen Leben erst ermöglicht, welche Licht und Wärme spendet. Damit bekommt das Licht und der Glanz des Goldes eine starke symbiotische Verbindung, welche später bei der Geburt CHRISTI erneut aufgegriffen wird und in der Symbolik bis zum heutigen Tage anhält.

Doch welche Mittel werden eingesetzt um zu diesem Gold zu gelangen? Gerade der Einsatz von Cyanid und Quecksilber im Tiefbau und die damit verbundenen Grundwasserveränderungen dringen tief in unser Ökosystem ein. Beseelt von der Maßlosigkeit auf der Suche nach Gold dringt der Mensch immer tiefer in das Erdinnere vor, findet immer weniger vom edlen Metall und muss daher immer komplexere Verfahren zu dessen Gewinnung anstreben. Oft zu lasten der Umwelt und der in den Abbauregionen lebenden Bevölkerung.

Wer kauft all dieses Gold? Zunächst ist die Schmuckindustrie, gefolgt von der Finanzindustrie die Hauptkäuferschicht. Doch auch die Staaten, über deren Zentralbanken kaufen Gold. So hat MEXICO im Jahr 2011 99 Tonnen an Gold aufgekauft. RUSSLAND ebenfalls und die TÜRKEI zählt dieses Jahr schon zu einem der Hauptnachfrager für Zentralbankgold. Der Grund scheint auf der Hand zu liegen. Die Zentralbanken rüsten sich für den Kampf gegen die weltweite Inflation, welche durch das drucken von immer mehr an billigem Geld erneut angefeuert wird. Zählten noch vor fünf Jahren die Zentralbanken als Goldverkäufer so hat sich hier das Bild gewendet und die Zentralbanken kaufen Gold (sofern ihnen die Möglichkeiten dafür gegeben sind). Dies hat natürlich auch Einfluss auf die Preisbildung von Gold. Denn mit den Zentralbanken ist ein großer und sehr mächtiger Nachfrager auf die Handelsbühne gekommen, der nicht nur mehr nachfragt, als viele Anderen, sondern auch seine Angebotstätigkeit vollständig eingestellt hat. Neben den psychologischen Aspekten, die dem Goldpreis als Werttreiber dienen, ist dies ein ebenfalls nicht zu verniedlichender Faktor, welche den Preis in den vergangenen Jahren deutlich angetrieben hat.

Natürlich zählt Gold auch als Anlageobjekt in den vergangenen Jahren zu den „must-have“ im Portfolio. Dabei kann ein Investor zwischen sehr vielen Arten von Investmentvehikel wählen. Vom klassischen Investment in Münzen und Barren bis hin zu verbrieften Derivaten ist hier fast keine Grenze gesetzt.

Dabei ist Gold als integraler Bestandteil für das aktive Portfoliomanagement von großer Bedeutung. Gerade in den vergangen Jahren, die geprägt durch die Eingriffe der Zentralbanken sind, kommt Gold die Funktion als Sicherungsanker im Portfolio mehr denn je zu. Die Anleger fragen eher eine sachwertorientierte Anlage nach. Denn die Erfahrung hat gezeigt, dass gerade diese Investments substanziell zum Erhalt von Vermögen beitragen.

Wenn Sie mehr über „DIE GIER NACH GOLD“ wissen möchten, so kann ich Ihnen die Lektüre des gleichnamigen Buches empfehlen. Dort wird auch geklärt, dass die Gier nicht zwangsläufig etwas Negatives ist. Sie erhält den Menschen am Leben. Die Maßlosigkeit jedoch ist es, die aus der positiven Gier schnell eine Hydra des Schreckens machen kann.

Quellen: Die Gier nach Gold, Michael Bloss – UVK Konstanz-München
ISBN 978-3-86764-392-4

Über den Autor

Michael Bloss Michael Bloss ist Direktor der Commerzbank AG und des Europäischen Instituts für Financial Engineering und Derivateforschung (EIFD). Er lehrt an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, Nürtingen-Geislingen und an der Vancouver Island University, BC.

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