Die fünf größten Irrtümer im Onlinemarketing

marketingDas Thema Onlinemarketing ist heute in aller Munde und gehört mittlerweile zur Unternehmens- kommunikation dazu. Trotz zig Bücher, Studien, Fallbeispielen usw. halten sich hier jedoch nach wie vor Mythen und teilweise auch schlicht falsche Behauptungen. Aus diesem Grund sollen im folgenden Artikel die fünf größten Irrtümer im Onlinemarketing aufgezeigt und somit etwas Licht ins Dunkel gebracht werden.

1. Onlinemarketing ist teuer und lohnt sich nur für große Unternehmen

So kaufen Studis heuteDiese Behauptung zu widerlegen ist ziemlich simpel: In nahezu keinem anderen Medium erreicht man einen so niedrigen Tausenderkontaktpreis, wie im Internet.
So kann man bspw. im TV von einem TKP von rund 30 € ausgehen – im Internet können Tausend Personen aber schon mit einem weitaus niedrigeren Budget erreicht werden. Hier kann der Preis für 1000 Einblendungen eines Banners bei rund 5 € liegen und das auch bei völlig serösen Anbietern.

Nebst dem niedrigeren Preis für die bloße Anzahl an Kontakten bzw. Impressionen, bietet das Onlinemarketing dabei auch weitere Vorteile. Im Gegensatz zu anderen Medien kann die Zielgruppe hier sehr genau bestimmt werden. Dadurch reduziert sich der bekannte Streuverlust sehr stark und das Werbebudget wird wesentlich effektiver genutzt.

Berücksichtigt man also die günstigeren Preise für Onlinewerbung und die Möglichkeit der sehr präzisen Zielgruppenwahl, überwiegen bei Onlinemarketing die Vorteile auch im Gegensatz zu jedem anderen Medium.

achtungWichtig:
Es gibt für jedes Budget das richtige Werbemittel im Internet. Bei der Auswahl muss allerdings unbedingt das Ziel im Fokus stehen – die Kosten alleine können kein Auswahlkriterium sein!

2. Onlinemarketing eignet sich nur für bestimmte Branchen und Produkte

Diese Aussage mag sicherlich einmal Bestand gehabt haben. Heute ist sie aber überholt. Spätestens seitdem Platzhirsche wie Amazon und Co. täglich beweisen, dass nahezu jedes Produkt über das Internet verkauft werden kann, ist diese Behauptung widerlegt.

Daneben gibt es im Internet heute für jeden erdenklichen Interessensbereich ein Forum, einen Blog oder eine andere Plattform, auf welchem sich Gleichgesinnte austauschen und nach Informationen suchen. Dadurch werden auch nahezu alle Zielgruppen im Internet abgebildet, weswegen sich selbst bei Nischenthemen Onlinemarketing-Aktivitäten durchweg lohnen.

achtungWichtig:
Ob Onlinemarketing sinnvoll ist, hängt nicht von der Branche des eigenen Unternehmens ab. Vielmehr muss geprüft werden, ob und wo sich die gesuchte Zielgruppe im Internet aufhält. Sobald diese gefunden ist, können dann gezielte Marketingmaßnahmen eingeleitet werden.

3. Onlinemarketing kann von der Presse- / PR-Abteilung mitgemacht werden

Wer behauptet, die Presseabteilung könnte sich auch um das Onlinemarketing kümmern, irrt gewaltig. Klassische Pressearbeit hat mit Onlinemarketing im Prinzip nur gemeinsam, dass beide Disziplinen der Unternehmenskommunikation sind. Ansonsten gibt es in diesem Medium schlichtweg zu viele neue Formen des Marketings und der Kommunikation, als das ein Laie wissen könnte, was funktioniert und was nicht. Es müssen somit Personen damit betraut werden, die wissen was Sie tun. Unternehmen haben also die Möglichkeit, entweder Personal, mit entsprechenden Qualifikationen und Erfahrung, zu suchen oder einen externen Dienstleister für das Onlinemarketing zu beauftragen.

Das neue GooglebuchAber egal für welchen Weg man sich dabei entscheidet: Das Onlinemarketing muss in die Unternehmenskommunikation integriert werden und darf nicht als losgelöster Part betrachtet werden. Und hier kommt die Presse- oder PR-Abteilung auch wieder ins Spiel. Die Agentur oder die neue Abteilung/Mitarbeiter sollten alle Maßnahmen im Onlinemarketing mit den anderen Abteilungen der Unternehmenskommunikation absprechen. Dadurch lassen sich weitaus größere Erfolge erzielen, als wenn jeder sein eigenes Süppchen kocht. Dazu ein Beispiel: Statt nur ein Interview in einem lokalen Wirtschaftsmagazin abdrucken zu lassen, könnte dieses auch direkt auf Video aufgezeichnet werden. In einem zweiten Schritt kann dieses dann auf der eigenen Website/Blog veröffentlicht, auf Youtube geteilt werden usw. Im Endeffekt werden dadurch mit geringem Mehraufwand wesentlich mehr Personen erreicht. Um diese Möglichkeiten und Strategien zu kennen, benötigt es Fachkenntnisse über das Onlinemedium – und diese gibt es nur bei entsprechenden Fachkräften und/oder Agenturen.

achtungWichtig:
Onlinemarketing sollte nicht von irgendeiner Abteilung „mitgemacht“ werden. Um das volle Potenzial ausschöpfen zu können, sollten Experten (intern oder extern) beauftragt werden. Diese müssen dann in alle Entscheidungen der Unternehmenskommunikation miteinbezogen werden, um Onlinemarketing komplett zu integrieren und den größten Nutzen daraus zu ziehen.

4. Onlinemarketing muss nur einmalig gemacht werden

Auch im Onlinemarketing zählt das möglicherweise abgedroschene Motto: „Einmal ist keinmal.“

Das Internet ist als Werbemedium leider schon zu erwachsen, als das man mit einmaligen Aktionen dauerhaften Erfolg erzielen könnte. Denn nicht nur das eigene Unternehmen hat dieses Medium entdeckt. In nahezu allen Branchen gibt es auch eine Vielzahl von Konkurrenten, die ebenfalls versuchen, auf sich aufmerksam zu machen. Werbemaßnahmen kämpfen somit um die Aufmerksamkeit der Internetnutzer und um diese zu erlangen, ist es notwendig einen stetigen Werbedruck aufrechtzuerhalten. D.h. Werbemaßnahmen müssen kontinuierlich ergriffen werden und es sollte auch für das Onlinemarketing eine klassische Mediaplanung erfolgen, mit Budgetbestimmung etc.

Reich sein macht Spaß
Neben der Konkurrenzsituation hat das Onlinemarketing aber noch eine andere Eigenart gegenüber vielen anderen Medien: Es verändert sich rasend schnell. Diese Veränderungen betreffen vor allem auch die Möglichkeiten der Werbung und des Marketings in diesem Medium. In den Anfangszeiten des Internets waren bspw. vor allem Werbe-Banner der Werbeträger der Wahl. Heute spielen diese klassischen Banner kaum mehr eine Rolle oder sind nur noch eine von unzähligen Möglichkeiten. So gibt es heute Videowerbung, Textanzeigen in Suchergebnissen, Advertorials, personalisierte Werbung in sozialen Netzwerken usw., welche alle wesentlich besser funktionieren und einen höheren ROI liefern, als die damaligen Banner. Diese Trends stetig mit zu verfolgen und entsprechend zu reagieren ist eine dauerhafte Aufgabe und sicherlich kein „Einmal-Job“.

achtungWichtig:
Gut gemachtes Onlinemarketing ist ein Vollzeit-Job. Planung, Ausführung und auch die Kontrolle der Maßnahmen kosten Zeit und sollten stetig gemacht werden. Ansonsten kann kein dauerhafter Erfolg erzielt werden.

5. Onlinemarketing bringt keinen messbaren Erfolg

Dass diese Aussage nicht stimmen kann, liegt eigentlich auf der Hand. Spätestens seit den vielen Diskussionen über die Speicherung und Verwendung von Nutzerdaten im Internet, weiß nahezu jeder, dass jeder Besucher digitale Fußabdrücke im Internet hinterlässt und dass diese auch auswertbar sind.

Für Unternehmen bringt diese Tatsache natürlich viele Vorteile: Wo in den meisten Medien, bspw. Zeitschriften oder TV, nur Schätzungen oder Hochrechnungen zur möglichen Zielgruppe und somit den Empfängern bestehen, kann im Internet sehr genau gemessen werden, wer wie lange was getan und was nicht getan hat. Der Grund dafür ist simpel. Im Gegensatz zu anderen Medien ist das Internet ein interaktives, bidirektionales Medium. Es können also nicht nur Informationen von einer Website an einen Benutzer gesendet werden, sondern auch umgekehrt. Dadurch basiert die Erfolgsmessung im Internet nicht auf Schätzungen, sondern auf absoluten Zahlen.

Ein weiterer Vorteil des Internets ist, dass die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden nicht mit dem Konsum der Werbung endet. Statt Produkte nur zu bewerben, können diese natürlich auch direkt über das Internet verkauft werden – und Onlineshops sind heute kaum mehr wegzudenken. Lässt man sich also auf das Medium ein und bildet auch den Vertrieb über dieses ab, kann bspw. der Erfolg oder Misserfolg einer Werbekampagne vom ersten Kontakt bis zum Verkauf gemessen werden. Dies ist ein Vorteil, der in anderen Medien kaum bzw. nur mit weitaus höherem Aufwand geschaffen werden kann.

achtungWichtig:
Onlinemarketing bringt natürlich nicht zwingend Erfolg – allerdings bietet es mehr Messinstrumente als jede andere Marketingform. Diesen Vorteil müssen Unternehmen unbedingt nutzen, um ihre Kampagnen und Marketingmaßnahmen zu kontrollieren und dann entsprechend zu reagieren. Auf diese Weise wird sich dann auch messbarer Erfolg einstellen.

Fazit

Die fünf genannten Irrtümer lassen sich recht schnell zerschlagen und die aufgeführten Beispiele zeigen, was, unter welchen Voraussetzungen, im Onlinemarketing möglich ist.

Onlinemarketing sollte für jedes Unternehmen mehr als nur eine Überlegung wert sein. Mit der richtigen Strategie und den daraus abgeleiteten Maßnahmen werden die Vorteile dieser (nicht mehr ganz so) neuen Marketingform alle Nachteile überwiegen. Für das Expertenwissen sollte man sich allerdings immer entsprechend ausgebildetes Personal oder eine externe Werbeagentur suchen.

 

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Bildquellen:
S.Geissler  / pixelio.de
Andreas Dengs, www.photofreaks.ws  / pixelio.de

 

Über den Autor

Andreas Roppelt Andreas Roppelt ist Geschäftsführer der Werbeagentur 361° KOMMUNIKATION in Leonberg. Er liebt das Internet, gute Kommunikation und alles was mit der digitalen Welt zu tun hat.

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