Das Grundmodell einer rationalen Entscheidung

dominoHat man die Schritte des Entscheidungsprozesses durchlaufen, dann steht am Ende ein wohlstrukturiertes Entscheidungsmodell, aus dem sich dann idealerweise die optimale Entscheidung logisch ableiten lässt. Wie sieht ein solches Grundmodell aus?

Das Grundmodell besteht aus:

  • Alternativen (hier a1 und a2) (Aktionenraum)
  • Umweltzuständen (hier U1, U2 und U3) (Zustandsraum), d. h. Entscheidung unter Unsicherheit.
  • Ergebnissen (hier e11 bis e23) (Ergebnisfunktion)
    Zusammen: Entscheidungsfeld
  • Zielsystem (hier 1 Ziel)

modellDas Entscheidungsmodell stellt wie jedes Modell eine starke Vereinfachung der Realität dar. Das ist auch sinnvoll, weil sich nur durch solche Vereinfachungen die komplexen Realprobleme auf die wichtigsten Elemente und Beziehungen reduzieren und lösen lassen. Die Entscheidung kann allerdings nur so gut sein, wie die Prämissen, die in das Modell eingehen. In der Praxis besteht die aufwändigste Arbeit häufig in der Strukturierung des Entscheidungsproblems und der Modellbildung. Dabei ist eine Balance herzustellen zwischen dem Anspruch, dass die wesentlichen Komponenten erfasst werden sollen und dem Wunsch, die Komplexität der Realität auf ein handhabbares Maß zu vereinfachen.

Für die Bildung von Modellen wird oft postuliert, die Modelle müssten bei aller Vereinfachung Strukturgleichheit oder doch Strukturähnlichkeit mit dem abgebildeten Realsystem aufweisen.

Beispiel: Beim Modell eines Hauses gibt es ein Original, nämlich das reale Haus, und man kann beurteilen wie ähnlich das Modell dem realen Haus ist. Original und Abbild lassen sich vergleichen. Dann kann man bspw. feststellen, dass alle Räume in der richtigen Anordnung und maßstabsgetreu wiedergegeben sind, das Modell also gut ist.

Das neue GooglebuchFür die Entscheidungen im Unternehmen gibt es aber keine solche vorstrukturierte Realität. Der erste Schritt besteht also nicht darin, eine „da draußen“ vorhandene Struktur strukturähnlich abzubilden, sondern Struktur erst einmal herzustellen. Um zu einem Entscheidungsmodell zu kommen, sind Vorstrukturierungen nötig. Erst wenn ein Entscheidungsproblem einmal verbal formuliert worden ist, kann man es auf eine formalere Art abbilden, modellieren und bewerten, ob das formale Modell die Vorstrukturierung gut wiedergibt und insofern strukturähnlich ist. Es ist der Entscheider, der sich ein Bild vom Entscheidungsfeld macht. Und nur durch Entscheidungen kommt er letztlich zu einem Entscheidungsmodell. Die wichtigsten Entscheidungen fallen häufig schon in der Phase der Vorstrukturierung.

Die einzelnen Komponenten des Grundmodells werden nun einer näheren Betrachtung unterzogen. Es geht um den Aktionenraum, den Zustandsraum, die Ergebnisfunktion und das Zielsystem.

Bildquelle: (c) Lupo / pixelio.de

Der Text stammt aus dem Lehr- und Fachbuch von Professor Göbel: Entscheidungen in Unternehmen.

 

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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