Management: Für eine Ein-Ziel-Strategie braucht es wahrlich keinen Unternehmer

dominoUnternehmen verfolgen selten nur das eine Ziel der Gewinnmaximierung, sondern mehrere Ziele nebeneinander, die auch in Konflikt miteinander geraten können. Neben dem Gewinn sind bspw. Umsatz, Marktanteil, Unabhängigkeit, Macht, Ansehen, soziale Verantwortung als Unternehmensziele zu beobachten. Bei konkreten Entscheidungen sind Ziele wie „Gewinn maximieren“ überdies meistens viel zu allgemein. Man braucht konkretere Zielgrößen als Grundlage für eine Bewertung. Das Oberziel wird zerlegt in messbare Größen (cues), die man als Anhaltspunkte für die Zielerreichung ansieht. Man sucht bspw. keinen „gewinnmaximalen“ Mitarbeiter, sondern jemand der einen bestimmten Abschluss mit einer guten Note gemacht hat, der mindestens drei Jahre Berufserfahrung und Auslandserfahrung hat und teamfähig ist. Zwischen den Anforderungen der Messbarkeit der Kriterien und der Einfachheit des Zielsystems kann es zu einem Konflikt kommen. Je genauer ich ein Ziel in einzelne cues herunterbreche, desto eher komme ich zu genau messbaren Größen. Das Zielsystem insgesamt wird aber komplexer.

Das neue Googlebuch

Ein konkretes Beispiel soll helfen, die Problematik und die verschiedenen Lösungsmöglichkeiten darzustellen:

Ein Unternehmen will eine neue Maschine anschaffen. Das Unternehmen will den Kapitalwert der Maschine maximieren, die Wartungskosten und die Umweltschäden sollen minimiert werden (drei Ziele: Kapitalwert, Wartungskosten, Umweltschutz). In einer ersten Entscheidungsrunde wurden verschiedene Angebote bereits eliminiert, weil sie ein Preislimit überschreiten oder technische Anforderungen nicht erfüllen. Vier Maschinen kommen in die Endauswahl (vier Alternativen). Zwei inländische Lieferanten und jeweils ein Lieferant aus den USA und aus Japan kommen in Frage. Hinsichtlich der Umweltzustände – bspw. der gesamtwirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation sowie der Wechselkurse – herrscht Sicherheit. Ergebnisfunktionen sind bekannt, d. h. die Geschäftsführerin kann den Maschinen die Anschaffungsauszahlung und die Rückflüsse über die Nutzungsdauer zurechnen und damit durch Abzinsen der Rückflüsse die Kapitalwerte berechnen. Sie kennt außerdem die Angebote der Lieferanten hinsichtlich der Wartungsintervalle und der Wartungskosten und schließlich auch die mit der Nutzung einer Maschine verbundenen Umweltschäden. Die Werte für Wartungskosten und für die Umweltschäden werden hier mit einem Minus versehen, damit man auch für die Spalten Wartungskosten und Umweltschutz eine Maximierung anstreben kann.

Die Ergebnismatrix lautet:

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Welches ist nun die beste Alternative? Die geeigneten Auswahlverfahren fiden Sich in diesem Buch…

Bildquelle: (c) Lupo / pixelio.de

Der Text stammt aus dem Lehr- und Fachbuch von Professor Göbel: Entscheidungen in Unternehmen.

 

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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