Entscheidungslehre: Die Maximin-Regel ist etwas für Pessimisten

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Bei der Maximin-Vorgehensweise wählt man die Alternative, die im schlechtesten Fall noch das beste Ergebnis bringt. Man bestimmt also für jede Alternative das schlechteste mögliche Ergebnis, das Minimum, und vergleicht die Minima. Man wählt die Alternative mit dem höchsten Minimum (das Maximum der Minima), hier also Alternative 1 mit dem Minimum von 20. Die u-Werte stellen die Umweltbedingungen dar.

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Der Entscheider ist in diesem Fall extrem risikoscheu bzw. pessimistisch, da er grundsätzlich vom schlechtesten möglichen Zustand ausgeht. Es ist auch zu bemängeln, dass nur ein Ergebnis in die Bewertung der Alternative eingeht, nämlich das schlechteste. Das wird umso unsinniger, je weiter die Ergebnisse streuen. Im Beispiel besteht bei Alternative 3 immerhin bei drei möglichen Umweltzuständen die Chance auf ein sehr gutes Ergebnis von 90 und mehr. Trotzdem geht in die Bewertung nur das Ergebnis -25 ein. Das neue Googlebuch

Beim obigen Beispiel wurde davon ausgegangen, dass die Zahlen in der Matrix den Nutzen der Alternativen darstellen, d. h. eine höhere Zahl ist besser als eine niedrigere. Dann sucht man das maximale Minimum des Nutzens: Maximin! Man kann auch eine Schadensmatrix aufstellen. Dann repräsentiert eine höhere Zahl einen höheren Schaden und man sucht das Minimum des maximalen Schadens: Minimax! Auch in diesem Fall wäre die Alternative 1 die beste, denn bei a1 beträgt der maximale Schaden 50, bei a2 120 und bei a3 110.

Eine solche extrem risikoscheue Entscheidung kann sinnvoll sein, wenn die möglichen Schäden sehr gravierend und irreversibel sind. Bei der Suche nach einem möglichen Endlager für Atommüll sollte man bspw. die Alternative wählen, die auch bei denkbar ungünstigen Umweltentwicklungen (bspw. Erdbeben) noch zu vergleichsweise geringen Schäden führt.

Bildquelle: (c) Lupo / pixelio.de

Der Text stammt aus dem Lehr- und Fachbuch von Professor Göbel: Entscheidungen in Unternehmen.

 

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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