Die Prinzipien der alten und der neuen Ökonomie

Rolf_KernDie „alte“ Ökonomie mit Industrie, Einzelhandel, Banken etc. wurde über Jahrzehnte Schritt für Schritt mit vielen Arbeitsplätzen aufgebaut. Sie könnte durch die „neue“ digitale Ökonomie in kaum einem Jahrzehnt in großen Teilen verschwinden. Die „alte“ Ökonomie wird geleitet von Prinzipien wie Effizienzsteigerung, Rationalisierung und Kapitalmaximierung. Das Leitbild ist der Homo oeconomicus. Die „alte“ Ökonomie hat dafür ihre speziellen Techniken und Methoden entwickelt.

Die Anfänge machten Taylors wissenschaftliche Betriebsführung und Fords Fließbandarbeit. In der Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckt die „alte“ Ökonomie das Potenzial der Elektronischen Datenverarbeitung (EDV). Mit dem Computer bekommt der Homo oeconomicus einen Körper, mit den Algorithmen einen Geist.

Durch die wachsende Nachfrage nach Computern und Netzwerken entstehen aus der „alten“ Ökonomie die Anfänge einer „neuen“, mit Weltkonzernen wie IBM, Siemens, Cisco etc. Wettbewerbsdruck und Marktzwänge führen zu einer weltweiten Nachfrage der „alten“ Ökonomie nach leistungsstarken Rechnern und Softwareprodukten.

Reich sein macht SpaßSo stehen wir vor der Situation, dass die „neue“ Ökonomie sich durch die Aufträge der „alten“ Ökonomie sprunghaft entwickeln konnte. Sie lieferte die Bauteile für eine globale IT-Infrastruktur mit Großrechnern, Clients und Servern, PCs, Internettechnologien, -protokollen und Software.
Zwischen Universitäten, Forschungseinrichtungen und Businesswelt tummeln sich seit den 1970er Jahren technisch versierte Tüftler mit großen Visionen – stellvertretend für viele seien hier Bill Gates, Steve Jobs genannt. Bald folgte eine zweite Generation der „neuen“ Ökonomie – u.a. Page, Brin, Zuckerberg –, die dabei ist, die Infrastruktur der „alten“ Ökonomie zu übernehmen. Eine neue digitale Infrastruktur mit neuen Geschäftsmodellen wächst heran.

Die kalifornischen Garagentüftler entpuppen sich als die Internetgiganten einer „neuen“ Ökonomie.

utb macht glücklichDaten, mit nicht mehr sichtbaren Kleinstcomputern und Sensoren erstellt, sind nun selbst zum Rohstoff geworden. Mit der Metapher „Big Data“ bündeln sie Intransparenz und die Ängste vieler Menschen. Big Data verspricht der „neuen“ Ökonomie, Vorhersagen zwecks effizienter Steuerung der Infrastruktur und Trends für die Entwicklung neuer Produkte liefern zu können. Die Daten bleiben allein im Besitz der Eigentümer der „neuen“ Ökonomie.

Auf dieser Datenbasis und aufgrund neuer digitaler Produkte wie Haustechnik, Autoelektronik, Drohnen, digitale Währungen etc. dringt die „neue“ Ökonomie weiter in die Domäne der „alten“ ein. Mit Google, Facebook & Co. entstehen gigantische globale Monopole.

Fazit: Einem „Spinnennetz“ gleich, legt sich das IT-System der „neuen“ Ökonomie über die „alte“ Ökonomie und die Lebenswelt.

Rolf-Google-9783867645904.inddDer Text stammt aus dem aktuellen Buch Des Googles Kern und andere Spinnennetz von Arno Rolf und Arno Sagawe – erhältlich im gut sortierten Buchhandel und online. Das Buch nimmt die Zukunft vorweg. Es beschreibt den genauen Weg unserer Gesellschaft in die Digitale Welt – in die Smarte Gesellschaft. Unsichtbares wird nun sichtbar.

Über den Autor

Jürgen Schechler Dr. Jürgen Schechler ist Programmleiter Wirtschaftswissenschaften. Er leitet das Redaktionsbüro von UVK Lucius in München für die UVK Verlagsgesellschaft mbH.

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