Mehr Wertschätzung in der Personalführung

Der Arbeitsmarkt in Deutschland befindet sich in einem spürbaren Wandel. Die „Generation Y“ legt bei der Berufswahl ihren Schwerpunkt kaum noch auf das Gehalt oder den Profit. Flexible Arbeitszeiten und besonders die Wertschätzung ihrer Arbeit stellen bei der Arbeitsplatzsuche wichtige Komponenten dar. „Die Wiederentdeckung der Menschlichkeit im betrieblichen Alltag ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren der Zukunft“, sagt Prof. Dr. Andreas Otterbach, Autor des UVK-Buches Führend durch Wertschätzung.

Eigentlich ist es gar nicht so schwer: ein interessiertes Hinhören, eine ehrlicher Dank, ein anteilnehmendes Lächeln. So wollen Mitarbeiter als Fachkraft und als Mensch wahrgenommen werden. Doch in vielen Unternehmen herrscht noch immer der Irrglaube, dass eine gute Kantine und die angebotenen Sportangebote ausreichen, damit der Laden läuft. MitarbeiterInnen verlassen ihren Arbeitsplatz aber nicht wegen der Kantine, sondern häufig wegen schlechten Chefs. „In vielen Unternehmen haben die Führungskräfte verlernt, wertschätzend zu sein“, sagt Andreas Otterbach. Das Buch Führend durch Wertschätzung, das er zusammen mit Corinna Wenig geschrieben hat, war ihm genau aus diesem Grund eine Herzensangelegenheit.

Bei den Führungskräften eine echte Verhaltensveränderung zu erreichen, ist natürlich wesentlich anstrengender und zeitintensiver als sich ein fertiges Feel-good- und Gesundheitsmanagement von außen einzukaufen. Wenn eine Unternehmensleitung allerdings nicht nur ihr Gewissen beruhigen, sondern langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein möchte, kommt sie an dieser Investition nicht vorbei. Gelebte Wertschätzung kostet wenig und wirkt mit großem Hebel!

Demografischer Wandel: Uns gehen die Fachkräfte aus

Wer sich aussuchen kann, wo er arbeitet, wird eher einen Arbeitgeber wählen, bei dem er sich wohl fühlt. 55 Prozent der unzufriedenen Mitarbeiter nennen mangelnde Wertschätzung im Betrieb als einen wichtigen Grund, über einen Jobwechsel nachzudenken (www.bib-demografie.de). Auch bei einer Neueinstellung gehört sie, neben einer guten Work-Life-Balance, zu einem großen Ausmaß zu den Dingen, die ein künftiger Arbeitnehmer sich wünscht. Die Generation Y, die heute auf den Arbeitsmarkt drängt, hat dies als ein wesentliches Ziel.

Kernelemente der Generation Y ©UVK Verlagsgesellschaft mbH, Konstanz und München 2017

Zahlreiche Studien kommen immer zum gleichen Schluss: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nimmt bei den Jungen einen höheren Stellenwert ein, als das Erreichen persönlicher Karriereziele. Gleichzeitig fühlen sie sich in ihrem Beruf motiviert, wenn ihre individuellen Stärken und Begabungen genutzt und gefördert werden. Wer als Arbeitgeber also einen der Bewerber ergattert, tut gut daran, sich ihm wertschätzend gegenüber zu verhalten. Denn nur wenn sich der Angestellte wohlfühlt, bekommen Unternehmen über sein Verweilen in der Firma das wieder als Output zurück, was zuvor in Aufbau und Schulung des Mitarbeiters investiert wurde.

Wer Wertschätzung nicht nur predigt, sondern auch praktiziert, wird künftig deutlich bessere Chancen haben, die umworbenen potenziellen Arbeitskräfte einzufangen und zu halten.

 

Auszug aus dem Buch Führend durch Wertschätzung

 

Hidden Champions haben es geschafft in ihrer Branche eine herausragende Stellung zu erreichen. Häufig sind es Familiengesellschaften, die es zum Weltmarktführer gebracht haben. Besonders viele davon findet man im deutschsprachigen Raum. Bei näherer Betrachtung sind es jedoch nicht die Unternehmen, sondern ihre Mitarbeiter und Führungskräfte, die alle zu den herausragenden Ergebnissen beitragen.

Andreas Otterbach und Corinna Wenig gehen im Buch Führend durch Wertschätzung der Frage nach, inwieweit wertschätzende Mitarbeiterführung und Unternehmenskultur für deren Entwicklung eine entscheidende Rolle spielen. Sie identifizieren dabei sieben Faktoren, die erfolgreiche Führung durch Wertschätzung ausmachen – eine Erkenntnis, die sich auf jedes mittelständische Unternehmen übertragen lässt.

Das Buch richtet sich an heutige und künftige Führungskräfte sowie an Mitarbeiter in Personalabteilungen.

Über den Autor

Susanne Engstle Susanne Engstle ist für die Marketing- und Presse-Arbeit des UVK Verlagsgs in München zuständig.

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